Veröffentlichungen
28. Mai 2026

HANSAINVEST im Interview über die aktive ETF-Strategie

Dr. Jörg W. Stotz, CEO, HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH
HANSAINVEST hat kürzlich eine neue, aktiv gemanagte ETF-Anteilklasse der "proud@work"-Strategie auf Xetra gelistet. Im Interview erklärt Dr. Jörg W. Stotz, CEO, die Hintergründe für diesen Schritt und die Besonderheiten des Produkts.

Vor kurzem haben Sie Ihre Produkte auf Xetra listen lassen. Warum fiel die Wahl auf Xetra?

Die ETF-Anteilklasse soll einer börsen- und ETF-affinen Kundengruppe den Zugang zur etablierten proud@work-Strategie von Aramea Asset Management ermöglichen. Um einen möglichst großen Teil dieser Zielgruppe zu erreichen, braucht es die passenden Handelsplätze – und Xetra ist dafür in Deutschland einer der ersten Anlaufpunkte. Aber auch darüber hinaus ist Xetra in Europa Marktführer für börsengehandelte Fonds. Wie wichtig das ist, haben uns auch nochmal die Reaktionen aus dem europäischen Ausland gezeigt, die wir im Rahmen der Auflegung der Anteilklasse erhalten haben. Diese spiegeln einen Effekt wider, den wir auch bei Produkten wie dem ELTIF immer häufiger beobachten: Etablierte Strategien vom deutschen Fondsstandort erhalten zunehmend und immer einfacher die Möglichkeit, auch über Landesgrenzen hinweg erfolgreich zu werden. Insofern war das Listing auf Xetra ein logischer Schritt.

Wodurch zeichnen sich Ihre neu gelisteten Produkte aus? Was unterscheidet sie von anderen ETF-Emittenten?

Die proud@work-Strategie von Aramea Asset Management investiert in nationale und internationale Aktien von Unternehmen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stolz darauf sind, dort tätig zu sein – ein Faktor, der sich nachweislich positiv auf die langfristige Unternehmensentwicklung auswirkt. Grundlage der Strategie sind Daten und Analysen des Forschungs- und Beratungsinstituts Great Place to Work®, das Unternehmen weltweit dabei begleitet, eine vertrauensbasierte und attraktive Kultur am Arbeitsplatz zu entwickeln. Zusätzlich erfolgt für jedes Investment eine umfassende Fundamentalanalyse des Geschäftsmodells sowie der finanziellen Kennzahlen.

Diese Strategie hat inhaltlich also ein veritables Alleinstellungsmerkmal und ist insbesondere für Investorinnen und Investoren interessant, die ihr Portfolio um eine etablierte und aktiv gemanagte Satellite-Strategie diversifizieren möchten. Wir sehen ähnliche Potenziale etwa für Nischen abseits der effizienten und großen Aktienmärkte, für Themeninvestments oder aktive Rentenstrategien. Sie können am umkämpften ETF-Markt mit ihren Alleinstellungsmerkmalen bestehen, während bei passiven ETFs zu großen Indizes das Alleinstellungsmerkmal oftmals der Preis ist.

Welche großen Trends werden die nächsten Jahre die ETF-Landschaft Ihrer Meinung nach prägen?

Klar ist in meinen Augen, dass der ETF-Markt weiter wächst und somit der ETF selbst ein anhaltender Trend bleibt. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist gerade für jüngere Investorinnen und Investoren der ETF der favorisierte Zugangsweg zu Investments. Zum anderen hat der ETF einige strukturelle Vorteile: die Liquidität beispielsweise oder die verbesserte Transparenz. Darüber hinaus ist der ETF für private und institutionelle Investoren interessant, weil er für verkürzte Vertriebswege steht.

Aktive ETFs sind ein weiterer bedeutender Trend. Ich sehe in ETFs insgesamt nämlich in erster Linie einen Zugangsweg – und der kann entweder zu passiven oder zu aktiven Strategien führen. Je häufiger sich dieses Verständnis am Markt durchsetzt, desto mehr aktive ETFs wird es geben. Denn wenn Investorinnen und Investoren in manche Nischen investieren wollen, ist aktives Management unabdingbar – da sind wir wieder bei den Alleinstellungsmerkmalen gewisser Strategien. Zudem kann nur aktives Management echte Outperformance gegenüber den Marktrenditen generieren oder mit optimierten Sharpe Ratios punkten.

Ein dritter großer Trend ergibt sich ebenfalls daraus, den ETF als alternativen Zugangsweg zu verstehen, aber aus Anbietersicht: Fondsboutiquen werden zunehmend die Zugangswege zu ihren Strategien mit ETFs komplettieren. Das ergibt ja auch nur Sinn: Bei vielen Neobrokern oder Direktbanken sind gewisse Strategien unabhängiger Asset Manager schlichtweg nicht handelbar, weil sie bisher nur als klassischer Investmentfonds investierbar sind. Unabhängige Fondsinitiatoren limitieren sich also in ihren Absatzmöglichkeiten und Zielgruppen, wenn sie den Zugang zu ihren Strategien nicht auf die Börse erweitern. Insofern werden auch zunehmend kleinere Asset Manager den ETF als Struktur begreifen und nutzen.


Vielen Dank für das Interview!

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Weiterführende Informationen zur Handhabung von Störungen finden Sie im Emergency Playbook, das Sie auf der Xetra Internetseite unter Technologie --> T7-Handelsarchitektur --> Notfallprozesse finden. Detaillierte Informationen zur Kommunikation während einer Störung, zu Wiedereröffnungsmaßnahmen und Handlungsempfehlungen für den Order- und Transaktionsabgleich finden Sie in den Kapiteln 4.2, 4.3 bzw. 4.4. Konkrete Informationen bezüglich der jeweiligen Störung werden während der Störung über Newsboard Message veröffentlicht. 

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