1. Einführung
Dieses Rundschreiben informiert Sie über eine Anpassung der Parameterklassen für die Schlussauktion im Volatilitätsunterbrechungsmodell mit automatisierter Korridorerweiterung (Automated Corridor Expansion, ACE), welches derzeit im Handelsmodell des Fortlaufenden Handels mit untertägigen Auktionen für den Handel von Exchange Traded Funds (ETFs) und Exchange Traded Products (ETPs) auf dem Handelsplatz Deutsche Börse Xetra (MIC: XETR) angewendet wird.
Die Anpassung der Parameterklassen tritt mit Wirkung zum 15. Juni 2026 in Kraft.
Im Zuge dieser Anpassung wird zudem ein impliziter Referenzpreis für ETFs und ETPs festgelegt, der mit Wirkung zum 8. Juni 2026 gilt.
Mit dieser Maßnahme wird insbesondere für weniger aktiv gehandelte ETFs und ETPs eine aktuellere Preisreferenz geschaffen und eine sicherere Ausführung von großvolumigen Orders in der Schlussauktion ermöglicht.
2. Erforderliche Tätigkeiten
Es sind keine besonderen Tätigkeiten seitens der Teilnehmer erforderlich.
3. Details der Initiative
A. Festlegung des impliziten Referenzpreises
Die Geschäftsführung der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) hat beschlossen, mit Wirkung zum 8. Juni 2026 für ETFs und ETPs, die im Volatilitätsunterbrechungsmodell mit automatisierter Korridorerweiterung gehandelt werden, einen impliziten Referenzpreis festzulegen.
Der implizite Referenzpreis dient als zusätzlicher Referenzpreis für den dynamischen Preiskorridor in der Schlussauktion. Er wird als zeitgewichteter Durchschnitt der Mittelwerte der jeweils besten Geld- und Brieflimite über eine Berechnungsperiode von fünf Minuten vor Beginn der Schlussauktion ermittelt.
Ein impliziter Referenzpreis wird nur dann festgelegt, wenn innerhalb dieser fünf Minuten keine Preisfeststellung erfolgt ist, die Berechnungsperiode, für die entsprechende Mittelwerte gebildet werden können, mindestens eine Minute beträgt und das jeweilige Wertpapier während der Berechnungsperiode ununterbrochen im fortlaufenden Handel gehandelt wurde.
Kann ein impliziter Referenzpreis festgelegt werden, wird dieser für die Ermittlung des dynamischen Preiskorridors in der Schlussauktion herangezogen. Andernfalls erfolgt die Ermittlung des dynamischen Preiskorridors auf Grundlage des bestehenden Referenzpreises. Die Anzeige potenzieller Volatilitätsunterbrechungen in der Schlussauktion erfolgt weiterhin über den Volatilitätsunterbrechungsindikator.
B. Anpassung der Parameterklassen für die Schlussauktion
Eine Übersicht der mit Wirkung zum 15. Juni 2026 aktualisierten Parameterklassen für die Schlussauktion entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle:
Parameterklasse | Dynamischer Preiskorridor (± %) | Statischer Preiskorridor (± %) | 1. Preiskorridor | 2. Preiskorridor (± %) | 3. Preiskorridor (± %) |
1 | 0,1 | 1 | 0,2 | 0,3 | 0,4 |
2 | 0,3 | 2 | 0,5 | 1 | 1,5 |
3 | 0,5 | 3 | 1 | 1,5 | 2 |
4 | 0,8 | 4 | 1,5 | 2 | 3 |
5 | 1 | 6 | 2 | 3 | 4 |
6 | 1,5 | 8 | 3 | 4 | 5 |
7 | 2 | 10 | 4 | 5 | 6 |
Bitte beachten Sie, dass diese Anpassung ausschließlich die Parameterdaten für die Schlussauktion betrifft. Die Parameterdaten für die Eröffnungsauktion, untertägige Auktion sowie den fortlaufenden Handel bleiben unverändert.
Die Parameterdaten für jeden einzelnen ETF und ETP werden in den T7-Referenzdaten in der Common Report Engine sowie auf der Website www.cashmarket.deutsche-boerse.com veröffentlicht. Die Zuordnung der einzelnen Instrumente zu den jeweiligen Parameterklassen sowie mögliche künftige Aktualisierungen der Parameter entnehmen Sie bitte einer dieser Datenquellen.
Weitere Informationen
Empfänger: | Alle Handelsteilnehmer der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB®) und Vendoren | |
Zielgruppen: | Handel, Technik, Systemadministration, Benannte Personen, Allgemein | |
Verweis auf Rundschreiben: | ||
Kontakt: | Cash Markets Operations Helpline, Tel. +49-69-211-1 14 00 | |
Web: | ||
Autorisiert von: | Michael Krogmann, i.A. Stephan Kraus |
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